Unsere Musik

Brass-Band-Stil

Die klassische Besetzungsform einer Brassband

Sopran Kornett
10 Kornetts Repiano Kornett (1 Spieler)
Solo Kornett (3-5 Spieler)
2. Kornett (2 Spieler)
3. Kornett (2/1 Spieler)
1 Flügelhorn
3 Tenor Hörner Solo Horn
1. Horn
2. Horn
2 Baritons 1. Bariton
2. Bariton
2 Tenor Posaunen Solo Posaune
2. Posaune
1 Bass Posaune
2 Euphoniums Solo Euphonium
2. Euphonium
2 Eb Bass
2 Bb Bass
Percussion 2 oder 3 Spieler

Die Sitzordnung ist an die eines Kammerorchesters angelehnt

Aufstellung einer klassischen Brassband

Die Entstehung der Brass-Band

Obwohl sich in England die ersten Brass-Bands bereits um 1830 bildeten, kam dieser Besetzungs-Typ erst etwa 125 Jahre später nach Deutschland. Die Brass-Bands entstanden in den englischen Kohlenbergwerksgebieten und stellen in der Besetzung eine Art Kopie des Kammerorchesters dar. Infolge der industriellen Revolution entwickelte sich in England Ende des 19. Jahrhunderts eine große Brass-Band-Bewegung, deren Amateur-Bläser bis heutzutage ein professionelles Niveau und einen internationalen Ruf erreicht haben. Die in England seit 1850 jedes Jahr stattfindenden zahlreichen Wettbewerbe sorgen dafür, dass beim friedlichen Wettstreit der Brass-Bands das Niveau nicht nur gehalten, sondern auch ständig verbessert werden kann. Durch die lange Tradition und Erfahrung wurde aber auch das Repertoire ständig erweitert. Seit der ersten Original-Komposition im Jahre 1913 ("Labour and Love von Percy Fletcher), entstanden jedes Jahr neue interessante Werke. Die Kompositions- und Instrumentations-Techniken entwickelten sich, die Werke wurden moderner und gehaltvoller. Das hohe Niveau der Bläser, aber auch die stete Entwicklung der Brass-Band-Literatur sorgten dafür, dass Orchesterdirigenten und namhafte Komponisten immer mehr Interesse für die Brass-Band-Bewegung bekundeten. Abonnements-Konzerte von Brass-Bands im Rahmen von Sinfonie-Konzerten, Auftritte unter Leitung berühmter Orchester-Dirigenten, sind deshalb in England heue an der Tagesordnung.

Besetzung

Als Brass-Band bezeichnet man ein Blechbläser-Ensemble nach britischer Art. Diese Formation umfasst nach einem normierten Besetzungstypus alle Register vom Bass bis zum Sopran und besteht zusammen mit den Schlagzeugern ursprünglich aus 25 Bläsern und 2-3 Schlagzeugern. In der Sopranlage verwenden die Brass-Bands ausschließlich Cornets. Trompeten sind nicht besetzt. Ein einziges Flügelhorn wird vor allem in der Altlage, also weniger melodieführend, eingesetzt. Im Weiteren gehören zum Instrumentarium: Es-Hörner, Baritone, Euphonien, Posaunen, Bässe sowie das Schlagzeug bestehend aus Becken, kleiner und großer Trommel. Hält eine Brass-Band an der Minimalbesetzung fest, dann werden die meisten Stimmen solistisch ausgeführt. Dadurch wird ein Höchstmass an klanglicher Transparenz erreicht.

Diese kammermusikalische Musizierweise setzt aber voraus, dass hinter jedem Instrument tatsächlich ein Solist sitzt. Vor allem durch die ausschließliche Verwendung von Cornets in der Sopranlage sind die klanglichen Differenzierungsmöglichkeiten stark eingeschränkt; ein Nachteil, der durch die weiche, flexible und in der Artikulation sehr differenzierten Tongebung bei weitem wettgemacht wird.

Zur richtigen Blas- und Ansatztechnik und dem geschulten Gehör kommt ein weiterer sehr wichtiger Punkt hinzu; nämlich jener der differenzierten Artikulation bzw. des variierten Zungenstoßes. Die kontinentale Blechbläserei ist kriegerischen und militärischen Ursprungs. Dies mag ein Grund dafür sein, dass sie bis in die Mitte das 20.Jahrhunderts hinein, zum Teil leider bis heute, im Allgemeinen sehr hart artikuliert und darum auch gerne hart, "zackig" und signalhaft wirkte. Da aber die Brass-Band-Musik ganz anderen Ursprungs ist, spielte sie auch andere Musik. Zum Teil war ihre Musik sogar religiös empfunden und daher weicher und dynamisch viel differenzierter.

Brass-Band-Musik war nie Militärmusik wie die kontinentale Blasmusik. Nun sind aber all diese Dinge wie Tongebung, Artikulation, Klangideal etc. so oder so einem ständigen Wandel und Entwicklungen unterworfen, denen sich sowohl die Brass-Bands als auch die kontinentale Blasmusik, allen voran aber die professionellen Blechbläser unserer Orchester anschließen und mitbestimmen. Auch hier bedeutet Stillstand Rückschritt. In diesem Sinn geht die Tendenz sowohl in England als auch in Deutschland sogar dahin, Trompeten und Waldhörner in das Instrumentarium der Brass-Bands einzubeziehen.